Regalprüfung

In der Norm wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Lagereinrichtungen ausschließlich für eine sorgfältige Benutzung ausgelegt sind. Beim Aufnehmen oder Absetzen ist es nicht gestattet, zusätzliche Kräfte wirken zu lassen. Das kann durch Anstoßen mit der Palette an die Regalstützen oder durch zu schnelles Absetzen der Paletten geschehen. Betreiber haben eine große Verantwortung und müssen die Regale in einem ordnungsgemäßen Zustand halten. Deshalb ist es erforderlich, die Regale regelmäßig auf Sicherheit zu kontrollieren. Etwaige Beanstandungen sind in wirksamer Weise zeitnah und unter der Beachtung der ständigen Regalsicherheit zu vollziehen. Deshalb ist es gesetzlich geregelt, dass alle Regale regelmäßig und systematisch inspiziert werden. Dies wird üblicherweise von der Regal-Aufstellfläche aus durchgeführt, denn erfahrungsgemäß ist in dem unteren Regalbereich mit den meisten Beschädigungen zu rechnen. Falls es Grund zur Annahme gibt, dass auch in den höheren Bereichen Beschädigungen vorliegen, muss eine intensivere Regalinspektion nach DGUV durchgeführt werden.

 

 

Was ist die Regalprüfung?

Die Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 ist eine Kontrolle, die regelmäßig bei Regalen durchgeführt wird, die gewerblich genutzt werden. Die Regalprüfung ist wichtig, weil es bei Beladungen und Entladungen der Regale zu Beschädigungen kommen, die eine Unfallgefahr darstellen können. Bei der Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 ist eine Maßnahme, die im Rahmen der Unfallvermeidung in Lagern durchgeführt wird.

Was wird bei der Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 gesichtet?

Bei der Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 handelt es sich hauptsächlich um eine Sichtkontrolle. Diese wird seitens Experten vom Boden aus durchgeführt. Man unterscheidet bei der Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 zwischen der "wöchentlichen" Sichtkontrolle und der die einmal im Jahr seitens einer Experteninspektion erfolgen muss.

Was beinhaltet die wöchentliche Sichtkontrolle?

Bei der wöchentlichen Sichtkontrolle im Rahmen der Regalprüfung werden von unterwiesenem Personal, das auch seitens des Unternehmens bereitgestellt werden kann, die Regale geprüft. Bei der wöchentlichen Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 wird geprüft, ob die Lasten in den Regalen fachgerecht eingelagert sind. Weiter wird bei der Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 im wöchentlichen Rhythmus der Zustand der Ladungsträger kontrolliert. Falls die Gefährdungsbeurteilung es erfordert, kann bei der Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 ein anderer Intervall-Abstand gewählt werden. Es ist sinnvoll, die Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 in individuell angepassten Kontroll-Listen zu dokumentieren.

Müssen die Regalkontrolleure qualifiziert sein?

Regalkontrolleure, die die Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 durchführen, müssen entsprechend eingewiesen und unterrichtet sein. Im Rahmen der qualifizierten Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 ist es vorteilhaft, die wöchentliche Regalprüfung von unterschiedlichen Mitarbeitern durchzuführen, die abwechselnd die Sichtkontrolle durchführen. Die Berufsgenossenschaft gibt vor, dass die Person fachkundig und befähigt sein muss, die Regalprüfung nach den technischen Regeln der Betriebssicherheit (TRBS 1203) durchzuführen. Die befähigte Person muss über Fachkenntnisse verfügen. Diese sind durch Berufserfahrung, eine abgeschlossene Berufsausbildung und durch eine zeitnahe Tätigkeit im Umfeld des zu prüfenden Bereichs nachzuweisen. Weiter muss die Prüfperson eine angemessene Weiterbildung absolviert und bestanden haben. Erfahrene und qualifizierte Monteur der Wartungsfirmen und Hersteller erfüllen beispielsweise die Anforderungen, die an eine Prüfperson gestellt werden. Es obliegt der Verantwortung des Unternehmens, die geeignete Prüfperson auszuwählen, die die Regalinspektion nach DGUV durchführt.

Was ist die Experteninspektion bei der Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635?

Bei der Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 muss in regelmäßigen Abständen von maximal 12 Monaten ein Regalprüfer (fachkundige Person) eine Inspektion der Regale vornehmen. Die Regalprüfung hat seitens einer Person zu erfolgen, die nach den technischen Regeln gemäß TRBS 1203 ausgebildet ist.

Ist die Regalprüfung Pflicht?


Die Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635 ist Pflicht und wird durch die BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung) konkretisiert. Die Regalinspektion nach DGUV ist Pflicht, weil es im Bereich der Lagerhaltung zahlreiches Gefährdungspotential gibt. Bei der Regalinspektion nach DGUV wird berücksichtigt, dass Gabelhubwagen, Schubmaststapler, Gabelstapler und andere Flurförderfahrzeuge und Regalbedienfahrzeugen ihren Einsatz finden. Nach de Vorgaben der Regalinspektion nach DGUV ergibt sich daraus eine erhöhte Beschädigungsgefahr für die Bauteile der Regale. Bei Lägern, die manuell bedient werden, sind Beschädigungen an den Regalen nicht auszuschließen. Deshalb ist die Regalinspektion nach DGUV Pflicht und muss grundsätzlich bei allen Regalen, die gewerblich genutzt werden, durchgeführt werden.

Welche Regale sind bei der Regalinspektion nach DGUV zu prüfen?

Bei der Regalinspektion nach DGUV sind Archivregale, manuell verfahrbare Regale, Einfahrregale, Einfahrtregale, Durchfahrtregale, Kragarmregale, Mehrgeschossanlagen, Fachbodenregale und Palettenregale zu kontrollieren.

Welche normativen Regelungen gibt es?

Seit August 2009 ist die Regalinspektion nach DGUV der normative Rahmen, der nach der europäischen Norm DIN EN 15635 angewendet wird. In dieser Norm wird explizit darauf hingewiesen, dass Regale nur für eine richtige sowie sorgfältige Benutzung ausgelegt sind. Es ist nicht erlaubt, dass Stoßbelastungen oder zusätzliche Kräfte eingeleitet werden, die dadurch entstehen können, dass das Regal falsch bedient wurde.

Was sind die Maßnahmen im Schadensfall?

Werden bei der Regalinspektion nach DGUV sicherheitsrelevante Schäden festgestellt, so sind diese nach der Forderung der BGR 234 (berufsgenossenschaftliche Regel) sowie der DIN EN 15635 unverzüglich und fachgerecht zu beheben. Weiter sind Schäden, die bei der Regalinspektion nach DGUV festgestellt wurden, direkt an den Sicherheitsbeauftragten zu melden. Das ist nötig, damit sofort geeignete Maßnahmen eingeleitet werden können, mit denen die Schäden fachgerecht behoben werden können. Es besteht nach der Regalinspektion nach DGUV und der Feststellung von Schäden die Pflicht, einen schriftlichen Bericht zu verfassen. Dieser Bericht unterliegt der so genannten Aufbewahrungspflicht. Kommt es bei der Regalinspektion nach DGUV wiederholt zu Schäden, muss eine Ursachenermittlung erfolgen. Weiter wird empfohlen, ein Schadenskontrollverfahren gemäß DIN EN 15635 einzuleiten.

Wie sind beschädigte Bauteile an Regalen zu ersetzen?

Die Regalinspektion nach DGUV gibt vor, dass bei Schäden an Regalkonstruktionen vorzugsweise Originalbauteile zu verwenden sind. Falls es nicht möglich ist, muss gemäß der Standsicherheit das jeweilige Regal durch eine Standsicherheitsnachweis schriftlich dokumentiert werden. Bei der Dokumentation ist die Reparaturmaßnahme explizit aufzuführen und muss überprüft werden.

Welche Schäden unterscheidet die DIN EN 15635?

Die DIN EN 15635 unterscheidet bei Schäden an Verbänden und Stützen von Palettenregalen zwischen einer roten, orangefarbenen und grünen Gefahrenstufe. Für die grüne Gefahrenstufe liegen die Grenzwerte bei der Stütze maximal bei einer Abweichung von 3 Millimetern bei eine Länge von 1 Meter quer zu der Gassenrichtung. In der Richtung der Gasse liegt der maximale Wert der Abweichung bei 5 Millimetern. Der Grenzwert bei Verbänden liegt bei der grünen Gefahrenstufe bei 10 Millimetern. Wenn die Werte der grünen Gefahrenstufe verdoppelt werden, ist der maximal erlaubte Grenzwert der orangefarbenen Gefahrenstufe erreicht. Die rote Gefahrenstufe ist erreicht, wenn es sich um größere Werte als die der orangen Gefahrenstufe handelt.

Was bedeutet die grüne Gefahrenstufe bei der Regalinspektion nach DGUV?

Im Rahmen der Regalinspektion nach DGUV bedeutet die grüne Gefahrenstufe, dass lediglich eine Überwachung erforderlich ist. Dabei ist keine Verminderung der auf dem Belastungsschild angegebenen Tragfähigkeit erforderlich. Im grünen Gefahrenbereich sind nach erfolgter Regalinspektion nach DGUV alle Regalbauteile betriebsfähig und sicher. Trotzdem ist es erforderlich, dass die beschädigten Bauteile gekennzeichnet werden. Das kann durch eine farbliche Markierung erfolgen. Weiter ist nach der Regalprüfung eine Dokumentation Pflicht.

Was beinhaltet die rote Gefahrenstufe?

Ist nach der Regalprüfung die Gefahrenstufe Rot attestiert, so stellt das eine sehr schwere Beschädigung des Regals dar. Es ist ein unverzügliches und umgehendes Handels erforderlich. Das Regal muss sofort entlastet werden. Weiter muss das Regal gesperrt werden, bis die Reparatur erfolgt ist.

Was ist bei dem Zustand des Gebäudebodens zu beachten?

Bei der Regalprüfung ist auch der Zustand des Gebäudebodens zu prüfen. Wenn das Regal auf einen Untergrund gestellt wurde, der keine ausreichende Festigkeit bietet, können die Stützen einsinken. Dadurch kann es zu einer Schiefstellung der Regale kommen. Deshalb ist ein erneutes Ausrichten der Regale vorzunehmen, wobei dafür gesorgt werden muss, dass die Druckverteilung besser wird. Das kann beispielsweise durch Druckverteilungsbleche oder durch eine Fundamentierung erfolgen.

Prüfung Regalanlagen nach DIN 15635: Was erfordert die Prüfung der Lage der Lasten auf der Palette?

Sind die Lasten auf der Palette unsymmetrisch verteilt, kann das zu einer unsymmetrischen Regalbelastung führen. Wenn bei einer unsymmetrischen Lastenverteilung auf der Palette die volle Tragfähigkeit eines Regals ausgenutzt und ist diese Unsymmetrie bei mehreren gleich beladenen Paletten vorhanden, werden Stützen sowie Träger überbelastet. In diesem Fall muss entweder für eine gleichmäßige Verteilung der Last auf der Palette gesorgt werden oder die Tragfähigkeit des Regals verringert werden. Eine vergleichbare Situation kann sich ergeben, wenn die Palette zwar gleichmäßig belastet ist, aber nicht symmetrisch auf dem Regal abgesetzt wurde. Das kann passieren, wenn man die Palette zu tief in das Regal einlagert. Bei Europaletten muss bei einem Trägerabstand von 1 Meter ein Versatz von 6 Zentimetern vorliegen. Daraus ergibt sich eine Beanspruchung der Stützen und Träger, die 12 Prozent höher ist.

Was sind die Folgen bei Verstößen gegen die Regalprüfung?

Wird die Regalprüfung nicht ordnungsgemäß seitens der Betriebssicherheits-Verordnung durchgeführt und kommt es zu Sachschaden oder werden Personen verletzt, weil Regale umstürzen, kann die Rechtsprechung zum Ergebnis kommen, dass der Verantwortliche einen Verstoß gegen die Regalprüfung begangen hat und somit gegen die Verkehrssicherungspflicht verstoßen hat.

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